5:51.08 bei 62km Doppel-Hermannslauf! :-)

Geschafft! 62,2km Hermannslauf
Geschafft! 62,2km Hermannslauf

So, wir sind angekommen! Halbwegs locker sogar – zumindest haben sowas diverse Leute im Ziel behauptet. ­čśë Aber in der Tat gab es keinen wirklichen Totpunkt, selbst die diversen Berge, die so zwischen 45km und 60km liegen, waren deutlich einfacher als erwartet. Keine Blasen, keine Gelenk-, Muskel- oder Magenprobleme – alles bestens also! Und nicht zuletzt war unsere Zeit, besonders auf dem R├╝ckweg, nicht wirklich vorhersehbar, und wir waren beide mehr als zufrieden: 2:59.41 f├╝r den Weg von der Sparrenburg zum Hermannsdenkmal, 2:51.27 f├╝r den R├╝ckweg, der im Volksmund auch „Hermannslauf“ hei├čt. Alles bestens also! ­čÖé

Aber der Reihe nach…

Der Start an der Sparrenburg

Um 7:30 Uhr sind wir hoch zur Sparrenburg, um 7:45 Uhr war dann die geplante Startzeit, die wir auch ziemlich genau eingehalten haben. In der Zwischenzeit gaben wir noch dem WDR, der unseren Start filmte, ein Interview, und die Neue Westf├Ąlische schoss auch ein paar Fotos.

Dann ging’s also los, auf fast menschenleeren Wegen bei toller Morgenstimmung. Die Temperaturen waren zum Start (und die ganze Strecke bis zum Hermann) super. An den Treppen in L├Ąmershagen hatte sich der WDR zum zweiten Male platziert, au├čerdem stand meine Mutter dort mit einer ersten Verpflegung. Die zweite folgte dann in Oerlinghausen. Dann ging es den T├Ânsberg hoch – der erste lange Anstieg und oben an der Schutzh├╝tte haben wir die erste ernstzunehmende Zwischenzeit gemessen: Wir waren exakt in unserem Zeitplan!

„Falsche Richtung!“

Auf dem T├Âsnsberg begegneten uns dann die ersten vereinzelten Wanderer, und es war schon ganz lustig, deren Gesichter zu sehen. In der Stapelager Schlucht war auch schon die offizielle Verpflegungsstelle aufgebaut, was wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht richtig eingeplant hatten. Die Wanderer wurden nun deutlich zahlreicher und insbesondere auf dem Weg am Truppen├╝bungsplatz entlang wurde es z.T. ganz sch├Ân eng. Und die in Gespr├Ąche vertieften Wanderer rechneten nicht unbedingt mit Gegenverkehr…

„Falsche Richtung!“ war ein Spruch, den wir bestimmt bald 100mal geh├Ârt haben. Mittlerweile hatten wir uns schon einige Standardantworten parat gelegt, wie z.B. „Bus verpasst“, „Wir sind richtig, ihr lauft falsch“, oder „Stimmt, mussten wir auch schon feststellen, aber jetzt lohnt ein Umdrehen auch nicht mehr.“ – Insgesamt war die Stimmung also pr├Ąchtig.

Auf der Panzerstra├če in Augustdorf gab es wiederum eine Verpflegungsstelle, danach ging es den Anstieg zum Ehberg hoch, der im ├╝brigen deutlich steiler war, als man das sonst beim bergablaufen so wahrnimmt. ­čśë Erstaunlicherweise gab es oben auch eine Wasserstelle, die ebenfalls nicht eingeplant war, aber zu dem Zeitpunkt genau richtig kam.

Danach folgte noch der Abstieg vom Ehberg, bevor es nach flacher Strecke ab Heidental die letzten 3km steil zum Hermann richtig hoch ging. Noch immer waren wir exakt in unserem Zeitplan, konnten aber insbesondere diese Bergaufkilometer kaum vorher realistisch kalkulieren, da wir beide noch nie dort hoch gelaufen waren. Auf den letzten beiden Kilometern hatten wir sogar noch Begleitung von einem Eintracht’ler, was sehr nett war. Als wir nun die Asphaltstra├če erreichten, war auch schon bald das Hermannsdenkmal erreicht, um das man ja noch einen langgezogenen Bogen macht. Bei exakt 2:59.41 blieb die Uhr dann stehen, was nat├╝rlich deutlich h├╝bscher klingt, als wenn wir 22 Sekunden oder so langsamer gewesen w├Ąren… ­čśë

Halbzeit am Hermannsdenkmal

Im (Zwischen-)ziel, das die allermeisten anderen ja eher als „Start“ bezeichnen, wartete auch schon wieder der WDR, der unsere Ankunft filmte und wir wiederum ein kleines Interview geben mussten. Auch der TSVE als Veranstalter und die NW wollten noch diverses von uns wissen. So ging dann auch die viertelstundige Halbzweitpause sehr schnell vorbei.

Um 11:00 Uhr ging es dann wieder los und wir wurden auf den zweiten Teil geschickt – der eigentlich Hermannslauf, unser R├╝ckweg also. Erste sparsame Blicke erreichten uns nun von einigen Mitl├Ąufern, die uns auf unsere Trikots ansprachen. Ungl├Ąubiges Kopfsch├╝tteln, „total verr├╝ckt“ oder respektvolle Anerkennung waren die Standardkommentare. Sehr interessant war ├╝brigens das Wissen, dass wir nun schon ├╝ber die H├Ąlfte von unserem Lauf absolviert hatten, w├Ąhrend alle anderen gerade erst anfingen und also noch fast die gesamte Strecke vor sich hatten!

Nach sechs Kilometern wartete nun also wieder der Ehberg auf uns, ein Anstieg, vor dem ich schon einigen Respekt hatte, weil ich nat├╝rlich keine Ahnung hatte, wie der sich nach der kurzen Halbzeitpause und nun dann schon 37 Kilometern so anf├╝hlte. Aber das war kein Problem – und gut zu wissen war ├╝brigens auch, dass ja oben eine Verpflegungsstelle wartete!

Der erste Ultra

In Augustdorf an der Panzerstra├če ging es dann durch das klassische Spalier der Zuschauer, was wie in jedem Jahr beeindruckend war. Danach am ├ťbungsplatz entlang, wo es mal wieder extrem staubig war nach Wochen ohne Regen. Dort fiel uns dann die ausgeschilderte Kilometrierung mit der „elf“ auf, was f├╝r uns hie├č, dass wir nun die Marathondistanz in den Beinen hatten (Durchgangszeit 3:57) – ab hier begann dann f├╝r mich also absolutes Neuland! Oliver klopfte mir gleich auf meine Schulter und gratulierte mir zu meinem ersten Ultralauf, der quasi ab sofort begann. Noch f├╝hlten sich meine Beine aber ziemlich locker an, und ich machte mir noch keine allzu gro├čen Sorgen. Als Scharfrichter warteten ja eh noch T├Ânsberg, Schopketal, die Treppen und der Berg nach der Osningstra├če auf uns. Olivers lange Ultralauf-Erfahrung wirkte zudem auch noch sehr beruhigend… ­čÖé

T├Ânsberg, Oerlinghausen

Kilometer 46,1: T├Ânsberg. Hier hatte ich nun wirklich Respekt! Nicht so wahnsinnig lang, aber doch ziemlich steil werden hier nochmals 80 H├Âhenmeter erklommen. Doch auch hier hielt sich der ber├╝chtigte Mann mit dem Hammer noch artig zur├╝ck, und im Laufschritt ging es (nach dem Hermann) zum h├Âchsten Punkt auf der Strecke. Nach einigen Kilometern bergab entsch├Ądigt die gro├čartige Kulisse in Oerlinghausen: Wieder waren sicherlich ein paar Tausend Zuschauer an der Strecke, die ein enges Spalier bildeten. An der Verpflegungsstelle nahmen wir uns (wie schon bei der zuvor in Stapelage) unsere Zeit, um die Speicher wieder aufzuf├╝llen. Unserem anvisierten drei-Stunden-Zeitplan waren wir ohnehin schon einige Minuten voraus.

Das fiese Schopketal wartete dann bei Kilometer 50,8, was mir nach dem T├Ânsberg im Vorfeld die gr├Â├čte Angst gemacht hatte. Aber noch immer lief es gut – abgesehen davon wartete wie abgesprochen kurz danach das Team vom WDR, und da will man ja ohnehin auch noch halbwegs frisch wirken.

Die Treppen in L├Ąmershagen nach 54km

Nun waren es noch zehn Kilometer und so langsam stellten wir uns darauf ein, dass wir wohl wirklich unter drei Stunden bleiben k├Ânnten. Der Wandweg als „kleiner Stich“ war schnell genommen, danach ging es zu den rund 120 L├Ąmershagener Treppenstufen. Erwartungsgem├Ą├č war hier bei einer Endzeit von 2.45h bis 3.00h einiges los und nach wenigen Stufen waren wir gezwungen zu gehen. Was f├╝r uns beide aber auch nicht sonderlich schlimm war… ­čśë Trotzdem ging es hoch noch ganz gut, kurz danach hatte ich aber meinen ersten kleineren H├Ąnger. Im Flachst├╝ck vor dem Eisernen Anton bekam ich Seitenstiche, ein wenig ├ťbelkeit kam hinzu und ich warte auf die folgende Verpflegung. Gl├╝cklicherweise lie├č diese dann ja auch nicht lange auf sich warten, und danach ging es ja schon wieder besser.

Die Strecke ab den Treppen kenne ich ja aus zig Trainingsl├Ąufen in- und auswendig. Wir bewegten uns nun konstant auf eine 2.52er-Zeit zu und selbst wenn noch ein echter Einbruch gefolgt w├Ąre, h├Ątten wir wohl die drei Stunden geknackt. Aber es kam nicht mehr viel: Auch die Treppen nach der Osningstra├če gingen noch ganz gut, obwohl sich unsere Gesamtkilometer ja nun bereits auf 56,1 summierten – und zwei Kilometer weiter geht es dann ja bis ins Ziel ohnehin nur noch bergab. Viel schneller w├Ąre bei mir allerdings dann auch kaum drin gewesen, Oliver, der erstaunlicherweise an den letzten Anstiegen mehr k├Ąmpfen musste als ich, musste ich bergab dann immer ein wenig bremsen. Die Habichtsh├Âhe war nach 59,5km passiert, und ab dort ist es ja nun wirklich nicht mehr weit zur Promenade, der langgezogenen Zielgeraden.

Im Ziel an der Sparrenburg

Der Einlauf zur Sparrenburg war in diesem Jahr vielleicht sogar noch etwas toller als in all den anderen Jahren, weil nun endlich klar war, dass wir die 62 Kilometer gut gemeistert hatten und letztlich sogar eine ziemlich passable Zeit dabei heraussprang: 2:51.27 f├╝r den eigentlichen Hermannslauf! Obwohl wir uns nat├╝rlich vorher eine „zwei“ am Anfang gew├╝nscht hatten, waren wir sehr gl├╝cklich, das auch wirklich in dieser Verfassung erreicht zu haben. Vermutlich w├Ąren wir auch mit einer 3:15 gut zufrieden gewesen, schlie├člich lie├č sich das alles im Vorfeld nicht wirklich planen. Auf so einer Strecke ist ja doch so einiges m├Âglich. Zwei mal 31,1km, zwei mal unter drei Stunden.

Unerwartetes Medieninteresse

Im Ziel begann dann unerwart die zweite Disziplin: Unser Medienmarathon! Der WDR hatte den Zieleinlauf gefilmt (das war vorher bekannt), ein Kurzinterview war auch nicht ├╝berraschend. Ebenso meldete sich der Kollege von der NW wie vermutet mit einigen Fragen, dann kamen aber auch noch das Westfalen-Blatt, das Haller Kreisblatt, die NW-Online mit einem Videointerview f├╝r das Internet und schlie├člich als letztes noch Radio Bielefeld. Plus nat├╝rlich diverse Fotografen, die uns aus allen m├Âglichen Perspektiven ablichteten. Dieses Prozedere hat gute 15-20 Minuten gedauert und fand unmittelbar hinter der Ziellinie statt – sprich: Wir hatten noch nichts getrunken und gegessen, was so langsam n├Âtig wurde.

Schlie├člich trafen wir auch noch diverse Freunde und Bekannte, die Stimmung war nat├╝rlich gro├čartig. Wir waren mit unseren beiden L├Ąufen super zufrieden, das Wetter war grenzwertig warm, aber letztlich o.k. (deutlich besser als zu kalt!), die Stimmung war allerbestens, die Beine f├╝hlten sich sowohl w├Ąhrend des Laufs als auch danach gut an und ├╝berhaupt: Alles super, ein perfekter Tag! ­čÖé

Ein paar „technische“ Daten:

  • Hinweg 2:59.41h, R├╝ckweg 2:51.27h, gesamt 5:51.08h
  • Streckenl├Ąnge hin/r├╝ck/gesamt (km): 31,1 – 31,1 – 62,2
  • Geschwindigkeit hin/r├╝ck/gesamt (min/km): 5:46 – 5:31 – 5:39
  • H├Âhenmeter hin/r├╝ck/gesamt (m): 733 – 525 – 1.258
  • Durchschnittpuls hin/r├╝ck/gesamt (bpm): 151 – 153 -152
  • Maximalpuls hin/r├╝ck/gesamt (bpm): 166 – 171 -171
  • Energieverbrauch ca. hin/r├╝ck/gesamt (kcal): 2.254 – 2.210 – 4.464

DANKE!!!

An dieser Stelle sage ich auch gern Danke f├╝r all die guten W├╝nsche im Vorfeld, am Denkmal und auf der Strecke, im Ziel sowieso – das alles hat wirklich gut getan! An erster Stelle gilt der ganz gro├če Dank aber nat├╝rlich Oliver f├╝r die Idee des Doppelhermanns und den gemeinsamen Lauf – allein w├Ąre ich sicher nicht auf diese verr├╝ckt-sympathische Idee gekommen und schon gar nicht w├Ąre ich allein gestartet. Ich fand, wir haben super harmoniert und es war ein echt gro├čes Erlebnis f├╝r mich!

Vielen Dank auch f├╝r die diversen E-Mails, Telefonate und SMS aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Und nat├╝rlich an die, die extra f├╝r uns zur Sparrenburg kamen. ­čÖé

Au├čerdem: Dem WDR f├╝r den Taschen-Transport und die Zwischenverpflegung am Hermann, der Firma Screen Design f├╝r den T-Shirt-Druck, Carsten Stolle f├╝r das Meditape und die gro├če Begeisterung und dem Active Sportshop f├╝r… (ihr wisst schon wof├╝r!), Henner und dem Ratscaf├ę f├╝r die sch├Âne Idee mit der Pastaparty, meiner Mutter f├╝r Verpflegung und Fotos in L├Ąmershagen und Oerlinghausen und Ralf f├╝r das ├╝berraschende Erscheinen auch schon fr├╝h morgens an den Treppen. Und schon jetzt auch Danke an die Medien – deren Berichte gibt es zwar erst morgen, aber ich nehme mal an, dass sie uns nicht zerrei├čen werden. ­čśë

Was/wen habe ich vergessen? Vermutlich so einige – euch nat├╝rlich auch ein dickes Dankesch├Ân!

Fotos und Medienberichte sind verlinkt – einfach draufklicken.

6 Antworten auf „5:51.08 bei 62km Doppel-Hermannslauf! :-)“

  1. Respekt, absoluter Respekt!
    Und das bei den (zumindest auf dem f├╝r euch R├╝ckweg) doch teilweise echt hitzigen Temperaturen. Und dazwischen noch mal eben der Hermannsanstieg — da bin ich ja schon immer heilfroh, wenn man sich runter nicht die Beine bricht. Eine Superleistung und damit sicherlich auch eine gute Vorlage f├╝r den I-Man.
    Genie├čt das Presseecho — die sind sicherlich auch mal heilfroh, nicht denselben Bericht wie im letzten Jahr senden zu m├╝ssen (Warmes Wetter, super Stimmung, 7000 L├Ąufer, Sansar gewinnt). Da bekommt ihr sicherlich jede Menge prime coverage.

    Gru├č, Jan Hendrik (der nicht mal die einfache Strecke in eurer Zeit schafft)

  2. Tolle Sache das! Ich hab heute Abend den Beitrag im WDR gesehen und mir fiel auf, dass ihr mir gestern morgen entgegen kamt, was ich allerdings nicht sonderlich ernst nahm. Wegen einer Verletzung konnte ich selbst leider nur mit Walking-St├Âcken auf die Strecke. Mir h├Ątten aber auch bei besserer Gesundheit 31km gereicht!
    Hut ab und Mega-Respekt!!!

  3. Ja, da haben wir es geschafft! So eine lange Strecke, und irgendwie ging es doch zu schnell vorbei…
    mir hat es einen Riesenspa├č gemacht, es war sehr sch├Ân, dass Du dabei warst. Allein w├Ąre es doch nur halb so gut gewesen.
    Dagegen ist der Ironman doch jetzt nur noch ein Klacks, oder?

    Oder…machst Du den jetzt auch doppelt? ­čÖé

  4. Wunderbares Ergebnis Herr Speck!!! Ich bin schwer begeistert und dr├╝ck die Daumen, dass Du in 67 Tagen keine Tonsiotren lutschen musst und ebenso gut durchs Wasser kommst! ├ťbrigens, dass Du stressresistent bist, wusste ich ja schon lange, aber was neu f├╝r mich war, sind deine herrlichen schwarzen St├╝tzstr├╝mpfe =)

    auf noch viele gemeinsame Wegstrecken (auch ohne M├Ąnnerschwei├č)

    dat M.

  5. Hallo Lajos,

    erstmal unseren herzlichsten Gl├╝ckwunsch zu diesem Super-Lauf. Wir haben dich auch alle im Fernsehen bewundert, die Kinder waren ganz aus dem H├Ąuschen und freuen sich schon darauf, in Frankfurt mit dir ins Ziel einzulaufen.
    Bei deiner Fitness st├Ąnde doch einem Start hier in Roth eigentlich nichts mehr im Weg, oder? Das haben nicht mal die ganz Gro├čen geschafft.
    Viel Spa├č noch beim weiteren Training und liebe Gr├╝├če

    Irja, Christof, Jarle, Marten und Lineke

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