
Nach dem doppelten Hermannslauf und dem Kurztriathlon in Versmold, nahm ich am vergangenen Sonntag in Harsewinkel an meinem dritten halbwegs ernstzunehmenden Wettkampf zur Vorbereitung auf den Ironman teil: mein erster Triathlon über die Mitteldistanz.
Es begann früh. Sehr früh. Um 5:45 Uhr klingelte der Wecker, um kurz nach sieben war ich in Harsewinkel. Auf der Fahrt dorthin hatte es noch geregnet, aber zumindest sollte dann der Rest des Tages trocken bleiben. Ziemlich kalt war es dennoch, zum Start um 8:00 Uhr waren es gerade einmal 12°C.
Immerhin war das Wasser im Freibad angenehm warm, was aber auch hieß, dass Neoprenverbot war. Schade, seit ein paar Tagen bin ich nämlich stolzer Besitzer eines Zoot Synergy, den ich gern gleich mal im Wettkampf getestet hätte. Aber auch ohne Neo lief’s ganz gut, mit 43:40 war ich schneller als ich vorher kalkuliert hatte. Mein Dank gilt dabei einer Schwimmerin vom TuS Engter, deren Wasserschatten ich über weite Strecken der 2000m nutzen „durfte“. 😉
Der Wechsel auf die Radstrecke war ganz in Ordnung, in Anbetracht der Temperaturen nahm ich mir ein wenig mehr Zeit und zog mir noch Unterhemd und Armlinge über. Ziemlich schnell fand ich auf der sehr flachen Radstrecke, ein Rundkurs von 20km, meinen Rhythmus und war am Ende jeder der vier Runden sehr erstaunt, wie konstant ich fuhr: die langsamste Runde war lediglich 36 Sekunden langsamer als die schnellste. Am Ende sprang ein Schnitt von 32,7km/h für 81,5km dabei heraus, was ganz o.k. ist, aber bei einer solch flachen Strecke hätte ich auch nichts gegen einen schnelleren Schnitt gehabt.
Beim nächsten Wechsel nahm ich mir wieder Zeit, weil ich ob nach wie vor latent auftretender Schmerzen in der linken Wade zum abschließenden Lauf noch die Kompressionsstrümpfe anziehen wollte. Auf dem Rad traute ich mich das noch nicht, weil die Straßen noch sehr nass waren und ich keine nassen Füße bekommen wollte. Apropos Füße: Auf dem Rad habe ich im Gegensatz zu einigen anderen nicht gefroren, allerdings waren meine Füße extrem kalt.
Nachdem ich ein wenig durch die Wechselzone geirrt bin – der einzige Teil der gesamten Strecke, der nicht so besonders gut beschildert war -, ging es auf die Laufstrecke. In Versmold hatte ich ja mit ziemlich starken Rückenschmerzen zu kämpfen, von denen ich in Harsewinkel glücklicherweise verschont blieb. In der ersten von vier Laufrunden, die offiziell 5km, de facto aber vermutlich nur 4,7km lang waren, war mir relativ langweilig, was auch daran lag, dass ich kilometerlang keine anderen Läufer und so gut wie keine Zuschauer traf. In der zweiten Runde lief dann eine Läuferin aus Salzkotten auf mich auf, deren (schnelleres) Tempo ich ganz gut mitgehen konnte. So hatte ich dann über knapp zwei Runden eine angenehme Unterhaltung, danach war sie schon im Ziel (und wurde Gesamtzweite), während mir noch eine Runde blieb. Die letzte Runde verging aber ebenso schnell, und ich steigerte mich letztlich von Runde zu Runde um jeweils 30-45 Sekunden. Für die angeblichen 20km (vermutlich eher 19km) benötigte ich dann 1:37.17, was letztlich eine Gesamtzeit von 4:57.05 ergab.
Fünf Stunden für eine Mitteldistanz, vier Wochen vor der Ironmanpremieren, sind für mich ein wirklich gutes Ergebnis (und 15-30 Minuten schneller als vorher gedacht). Die Zeit ist aber natürlich nur das eine, die andere „wichtige“ Erkenntnis ist, dass ich (abgesehen von kurzfristiger Langeweile) keinerlei Probleme auf den Strecken hatte, dass die Einteilung hervorragend passte und nicht zuletzt, dass ich mein Lauftempo zum Ende hin sogar recht deutlich steigern konnte und mich auch im Ziel noch sehr gut fühlte. Und noch eine wichtige Erfahrung: Wie in Versmold verbaselte ich mal wieder meinen Chip – diesmal beim Wechsel zum laufen. Ich stehe damit zwar nicht in der Ergebnisliste, aber in Frankfurt wird das dann hoffentlich nicht nochmal passieren…
Der Wettkampf war übrigens nach dem Doppel-Hermann der längste, den ich je gemacht habe. Vor dem Ironman wird es nun aber definitiv keine weiteren Wettkämpfe mehr geben.
was bedeutet das denn: enzunehmenden?
Ja, du hast ja Recht. Vielleicht sollte ich die Beiträge mal etwas früher schreiben… 😉