Noch fünf Wochen – mäßig erfolgreiche Trainingswoche

Noch fünf Wochen bis Roth. Die vergangene Woche sollte eigentlich eine sein mit letzten großen Umfängen, was mir leider nur bedingt gelang. Hinderlich waren das Wetter und eine Panne. Anfangen sollte es am Montag, wo ich nach Herne radeln wollte, weil ich dort am Dienstag arbeiten musste. Noch ein wenig platt vom Triathlon in Harsewinkel habe ich dann aber dem Wetterbericht vertraut, der Regen vorhersagte, und bin dann im Auto mitgefahren. Die erste Einheit  fiel damit schon mal aus.

Am Dienstag ging es dann nach getaner Arbeit weiter nach Münster, wo ich am Mittwoch zu tun hatte. Nach kurzem Kaffestopp (ohne Kaffee natürlich) in Olfen stellte ich fest, dass die beiden Teiltrecken in der Summe noch nicht mal 70km ergaben. Dafür war das Wetter entgegen der Vorhersage ganz und gar nicht trocken und ich dafür total durchnässt und eingesaut. Daher hatte ich auch keine große Lust mehr, die Runde noch „mit Gewalt“ zu verlängern.

Am Mittwoch stand dann nach dem Einsatz in Münster, bei dem noch die Sonne schien, die Rückfahrt nach Bielefeld an. Und sobald ich auf dem Rad saß, näherten sich bedrohlich die aufziehenden dunklen Wolken. Bis kurz vor Warendorf hatte ich Glück und entkam noch dem Unwetter, dann hatte ich aber leider keine Chance mehr. Es gab nichtmal eine überdachte Bushaltestelle, ein Carport, einen dichten Baum etc., wo man sich hätte unterstellen können. Erst in Warendorf fand ich dann ein Vordach eines Supermarktes, aber da war es auch schon so weit, dass ich einfach hätte weiterfahren können.

Interessant war übrigens ein Phänomen, das ich am Himmel beobachtete: Ich dachte die ganze Zeit, dass die schwarze Wolke, der ich (bzw. die mir) immer näher kam, aussah, als wollte sie einen Tornado entwickeln. Am Abend erfuhr ich dann aus den Regionalnachrichten, dass ein Tornado im Mindener Land wütete, also ca. 70km weiter östlich – und erst am nächsten Tag sah ich dann ein Foto vom Tornado über Warendorf, so dass ich mit meiner Wahrnehmung des Himmels nicht so falsch lag. Leider hab ich dann im Unwetter nicht mehr nach oben geschaut, so dass ich die Windhose selbst nicht erblickte und also auch kein Foto machen konnte. Und der Starkregen an sich fühlte sich zwar nicht wirklich toll an, aber auch nicht so, als wäre ich nun Zeuge eines seltenen Naturschauspiels in Mitteleuropa. 😉

Eine Stunde später kam die Sonne übrigens wieder heraus, getrocknet bin ich allerdings bis Bielefeld auch nicht mehr. Für nachfolgende Radler auf der Strecke Münster-Bielefeld hat das ganze übrigens den Vorteil, dass die Straßen jetzt sand- und dreckfrei sind. Sämtliche Kleinst- und Kleinpartikel hatte ich nämlich entweder am Rad oder an meinen Klamotten kleben.

Donnerstag war dann sportfrei, Freitag nutzte ich die (PKW-)Rückfahrt von einem Einsatz in Oelde, um mal wieder im Alberssee bei Lippstadt im Offenwasser zu schwimmen. Das hatte ja auch schon im letzten Jahr ein gutes Gefühl gegeben und Spaß gemacht. Erstaunt war ich, dass die Wassertemperatur nach ganz wenigen Sommertagen schon ziemlich warm war. Dafür wehte ein straffer Wind, der das Wasser zwar gar nicht mal so sehr aufwühlte wie ich es erwartete, ich aber dennoch irgendwie seekrank oder sowas wurde. Jedenfalls ging’s mir auf den letzten 900m nicht wirklich gut: Schwindel und leichte Übelkeit. Vielleicht hatte ich auch nur zu wenig gegessen und getrunken, die sich unter Wasser brechenden und dahinwabernden Sonnenstrahlen trugen zumindest nicht zur Besserung bei. – Hat sowas schon mal jemand erlebt beim Schwimmen im See?

Samstag stand die Sprintax-RTF in Bielefeld auf dem Programm. Eine nicht allzu anspruchsvolle Runde mit 1100 Höhenmetern auf der 150er Runde. Ich bin sie sehr verhalten gefahren, wollte ich doch anschließend noch laufen und vor allem am nächsten Tag die einzige 200er-Tour in diesem Jahr fahren. Im überschaubaren 27er Schnitt bei Pulswerten von nie über 130 war auch der nachfolgende flache 10er-Lauf  kein Problem. Übrigens: Zum dritten mal in nur einer Woche war ich völlig durchnässt – so oft werde ich als Schönwettersportler auf dem Rad sonst im ganzen Jahr nicht nass…

Um 6:30 Uhr klingelte dann am Sonntag der Wecker. Fahren wollte ich die 150km-RTF in Kirchlengern, bei An- und Abfahrt aus Bielefeld wären das dann gut 200km geworden. Und an sich sollte auch danach noch ein etwas anspruchsvollerer Lauf folgen. Dummerweise kam ich dann aber gar nicht bis zum Start: Bei Herford nach nur rund 15km platzte mir mit lautem Knall nach „Steinkollision“ die Flanke vom Hinterradreifen. Als ich das Übel sah, war schnell klar, dass ich es gar nicht erst versuchen brauchte, damit nach Kirchlengern zu fahren. Notdürftig flickte ich das Ganze, legte zur Sicherheit noch drei Lagen alten Schlauch vor die aufgerissene Stelle und pumpte vorsichtig den neuen Schlauch auf. Bei vielleicht 3-4 bar bildete sich aber schon eine deutliche Blase, so dass ich froh war, damit überhaupt noch heile zurück rollen zu können. Ich hätte dann zu Hause zwar entweder das ganze Rad oder zumindest das Hinterrad tauschen können, aber die Motivation für eine längere Tour war komplett weg. Erst am Abend, als sich dann auch die Sonne mal wieder blicken ließ, schnürte ich noch die Laufschuhe und kam so zumindest noch zu einer 28km-Trainingsrunde durch den schönen Teuto. Das wird dann wohl auch meine letzte lange Laufeinheit gewesen sein – ob es noch zu einer langen Radrunde reicht, muss ich mal schauen. So richtig viel Zeit bleibt ja nicht mehr…

Kleiner Trainingstipp am Rande: Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft spielt, ist eine hervorragende Zeit, um rauszugehen: Nix los auf den Straßen und im Wald, lediglich in Nähe zu Zivilisation kann es mal zu lauterem, aber noch aushaltbarem Getröte kommen.

Für die kommende Woche bzw. das Wochenende habe ich mir nun wieder einen Ironman in drei Tagen vorgenommen, das hatte sich ja schon im letzten Jahr bewährt.

2 Antworten auf „Noch fünf Wochen – mäßig erfolgreiche Trainingswoche“

  1. Ach, gibs zu: Du bist trainingsmäßig saugut unterwegs. Der Tornado über Warendorf, das warst zu selbst.
    Ich denke, Du wirst in Roth mind. 30 Minuten schneller sein als in Frankfurt, wenn nicht was Unvorhergesehenes passiert (Schneesturm, Montezumas Rache oder so).
    Wetten dass?

  2. Nach meiner Einschätzung bin ich trainingsmäßig minimal unterhalb vom Niveau vom letzten Jahr, vielleicht gleich, aber sicher nicht weiter. Hinzu kommt, dass im letzten Jahr der Erststart sicher noch zusätzliche Motivation war. Was eine schnellere Zeit nicht ausschließt, ist natürlich ein gewisser Lerneffekt aus den Fehlern vom vergangenen Jahr – zumindest hoffe ich das. 😉 Für Frankfurt hielte ich daher 30 Minuten für durchaus realistisch, bei Roth bin ich ob der Radstrecke aber extrem skeptisch. Die Zeit wird aber ohnehin nicht das primäre Ziel sein (eine 11 vor dem Komma wär natürlich trotzdem schön), eher hoffe ich, dass ich es schaffe, den gesamten Wettkampf über Spaß zu haben…

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