So sehen Helden aus: Die Brocken-Challenge 2010

86km Brocken-Challenge (40 Fotos)
86km Brocken-Challenge (40 Fotos)

86km von Göttingen zum Brocken, über 2000 Höhenmeter. Im Flachland blankes Eis, der Harz tief verschneit. Wegen einer unpassierbaren Passage musste zwischendrin geshuttlet werden, was die Strecke um 5km verlängerte und um 200 Höhenmeter schwerer machte. Im Herbst spekulierte ich noch vage, ob die Brocken-Challenge nicht vielleicht auch etwas für mich wäre, dann verpasste ich den Anmeldeschluss (ausgebucht in nur zwei Tagen!) – und war ob der oben genannten Bedingungen nicht eben böse, nicht am Start stehen zu können (oder müssen – je nach Sichtweise…).

Statt dessen überlegte ich mir gestern aber spontan, dennoch in den Harz zu fahren, um mir das ganze mal vor Ort anzusehen. Das birgt in sich zwar die Gefahr, dass ich angefixt werde (schließlich hätte ich mir vor meinem zufälligen Ironman-Besuch 2007 niemals träumen lassen, selbt einmal am Start eines Ironman zu stehen und diesen letztlich auch noch zu finishen), aber man darf sich auch mal andere Ziele außer Triathlon setzen. Und schließlich war für den morgigen Sonntag eigentlich ein Start beim König-Ludwig-Lauf in Oberammergau geplant, einem Skimarathon über 50km, aber den musste ich wegen Terminschwierigkeiten absagen. Also auf in den Harz, die Skier eingepackt und die eigenen Langlaufkilometer gleich mit der Challenge verbinden.

Für mich ging es in Oderbrück los, über den Dreieckigen Pfahl bin ich runter nach Schierke, von da am Wurmberg vorbei wieder zum Dreieckigen Pfahl und dann zum Königskrug. Eigentlich dachte ich, dass dort dann die ersten Läufer schon durch wären, aber die Streckenverlängerung und die krassen Bedingungen bewirkten, dass ich noch vor dem ersten Läufer dort eintraf. Gegen 13:20 Uhr war es dann aber so weit und der Vorjahressieger passierte nach rund 5:20h die Verpflegung bei etwa 73km. Weil mir ein wenig kalt wurde und ich noch nicht sofort wieder umkehren wollte, lief ich noch eine Verpflegung weiter in Richtung Süden: Lausebuche, 68km. Einige weitere Läufer kamen mir auf dem Weg entgegen, an der Verpflegung war auch einiges los. Nach einem kurzen Aufenthalt dort lief ich dann die Originalstrecke bis hoch zum Brocken. Immer wieder passierte ich das dann mittlerweile ein oder andere bekannte Gesicht – und die sahen alle noch ganz schön frisch aus! Eine Weile begleitete ich auch Markus, einer der Gründer und Veranstalter des Laufs, der mir gestern noch per Mail bestätigte, dass es o.k. wäre, wenn ich mit meinen Langlaufskiern da zwischen den Läufern rumturne (ich hoffe, ich habe niemanden allzu sehr genervt!). Insbesondere Markus hatte übrigens noch einen so lockeren Tritt, der mir keine Chance lies, bergauf zu folgen…

Die letzten 12km kenne ich vom langlaufen ganz gut, wusste also, dass insbesondere auf den letzten 5km noch zwei sehr steile Rampen warteten. Das Ziel am Brocken präsentierte sich wie immer, wenn ich dort oben bin: dichter Nebel. Immerhin standen einige Organisatoren und Zuschauer am Zielbanner und empfingen die eintrudelnden Läufer. Die Siegerzeit lag übrigens bei 8:50h, nach elf Stunden waren knapp 20 Läuferinnen und Läufer oben.

Beim Brockenwirt stärkte ich mich kurz mit alkohlfreiem Hefeweizen und Erbsensuppe, plauderte noch kurz mit dem ein oder anderen Finisher und machte mich auf den Weg zurück nach Oderbrück, bevor es komplett dunkel wurde. Dabei begegneten mir noch viele weitere Läufer, z.T. einzeln, z.T. in kleinere Gruppen, oft mit Stirnlampen bewaffnet. Zurück am Auto hatte ich dann auch 53km hinter mich gebracht – eine sehr schöne und spannende Alternative zu Oberammergau! Morgen geh ich dann auch wieder laufen… 😉 Mit den frischen Ultra-Eindrücken überlege ich, mich vielleicht doch noch für den Rennsteig zu melden. Dieser ist allerdings nur zwei Wochen nach dem Hermannslauf und ich bin mir nicht so sicher, ob das eine so gute Idee ist. Sollte ich jedenfalls ernsthaft in die Versuchung geraten, mich 2011 zur Brocken-Challenge zu melden, täte mir ein weiterer Ultra-Lauf sicher sehr gut. Der doppelte Hermannslauf liegt ja mittlerweile auch schon wieder bald ein Jahr zurück, und während der Triathlon-Saison werde ich sicher nicht dazu kommen, eine Ultra mitzumachen.

Hut ab und Riesenrespekt euch allen, die ihr den Weg hoch zum Brocken geschafft habt, und das bei diesen Bedingungen. Eine Super-Leistung – herzlichen Glückwunsch!!!

Übrigens: Wer von den Teilnehmern Fotos in Originalgröße haben möchte, kontaktiere mich bitte per Mail (s. Impressum). Ich schicke sie dann gern zu! Bitte teilt mir die Bildnummer mit.

4 Antworten auf „So sehen Helden aus: Die Brocken-Challenge 2010“

  1. Hallo Oliver,nehme gern dein Angebot an wenn du mir bitte ein paar Fotos schicken würdest vorallem die 14 und 22 wäre nett und wenns keine Umstände macht noch ein paar andere :-).danke im vorraus
    MfG Volker

    Hallo Volker,
    die Fotos sind unterwegs – Oliver kann ich gern grüßen, aber der wird dir keine Fotos senden. Zumindest nicht von der BC2010 😉
    Schöne Grüße, Lajos

  2. @Oliver: Ich musste bei der BC übrigens mehrfach an dein müdes Schmunzeln ob des Untertitels „Hermannslauf extrem“ beim Doppel-H denken. Ich glaub, das war in der Tat Kindergeburtstag dagegen…

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